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In the footsteps of causality

    In the footsteps of causality

    Ein persönlicher Weg zur Realität

    In den Fußstapfen der Kausalität: Ich bin Autodidakt. Ich habe nie eine Universität von innen gesehen, nie einen akademischen Lehrplan absolviert und mich lange Zeit nicht einmal dafür interessiert, was andere gelehrt, gedacht oder geschrieben haben. Nicht aus Arroganz, sondern aus Notwendigkeit. Mein innerer Antrieb war nie, bestehende Schulen zu reproduzieren oder in fremde Fußstapfen zu treten, sondern die Realität selbst zu verstehen.

    Für mich war Realität von Anfang an kausal strukturiert. Nicht metaphorisch, nicht statistisch, nicht narrativ – sondern als reale Abfolge bindender Ursachen und Wirkungen. Dieses Denken war keine bewusste Entscheidung, sondern eine Selbstverständlichkeit. Erst viele Jahre später, nach über zwei Jahrzehnten eigenständiger Forschung und nach der Entwicklung eines funktionierenden, implementierten Kerns, stellte sich für mich eine andere Frage: Gab es in der Wissenschaftsgeschichte überhaupt jemanden, der Kausalität so ernst genommen hat?

    Die Antwort lautet: Ja – aber nicht in der Moderne.


    Kausalität vor der Moderne

    Wenn man Wissenschaft nicht als Institution, sondern als reale Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit versteht, dann findet man kausales Denken dort, wo Systeme funktionieren mussten.

    Ägypten: Kausalität ohne Theorie

    Das alte Ägypten war keine spekulative Kultur. Seine Mathematik, seine Architektur und seine Ingenieurskunst waren streng realitätsgebunden. Pyramiden, Tempel, Bewässerungssysteme und statische Großbauten wurden nicht auf Wahrscheinlichkeiten errichtet, sondern auf kausalen Erfahrungsregeln: Lasten, Materialien, Winkel, Spannungen.

    Es gab keine formalisierte Ontologie – aber es gab keinen Interpretationsspielraum gegenüber der Realität. Was nicht trug, stürzte ein. Was falsch berechnet war, blieb nicht stehen. Kausalität war hier nicht Theorie, sondern Überlebensbedingung.

    Antikes Griechenland: Der ontologische Zugriff

    Mit den frühen Griechen tritt erstmals ein explizites Fragen nach dem Warum auf. Besonders die Vorsokratiker versuchten, Realität nicht mehr mythologisch, sondern funktional zu verstehen.

    Heraklit ist hier zentral. Für ihn war Realität kein statisches Sein, sondern Prozess. Zeit war Bewegung, Kausalität war Wandel. Diese Denkweise kommt meiner eigenen Auffassung erstaunlich nahe – nicht weil ich Heraklit gelesen hätte, sondern weil reale Kausalität zwangsläufig in Prozesslogik mündet.

    Aristoteles markiert einen Wendepunkt. Er ist der letzte große Denker, der Kausalität noch ernst nimmt, sie aber zugleich systematisiert und kategorisiert. Mit ihm beginnt bereits die Gefahr der Verfestigung: Kausalität wird erklärt, aber nicht mehr zwingend an Realität gebunden.

    Römer: Implementierte Kausalität

    Die Römer waren keine großen Theoretiker, aber sie waren exzellente Implementierer. Aquädukte, Straßen, Brücken und Städte folgten klaren kausalen Regeln. Diese Bauwerke existieren bis heute, weil sie nicht auf Modellen, sondern auf realitätsgebundener Kausalität beruhen.


    Der Bruch der Moderne

    In der Neuzeit verschwindet Kausalität schleichend aus der Wissenschaft – nicht offen, sondern strukturell. Ontologie wird als Metaphysik diskreditiert. Realität wird durch Modelle ersetzt. Empirie wird gesammelt, aber nicht ontologisch integriert.

    Heute gilt:

    • Wer ontologisch arbeitet, sei philosophisch.
    • Wer ontologisch sauber ist, sei metaphysisch.
    • Wer Realität bindet, passe nicht in den Standard.

    Gleichzeitig wird von externen Forschern verlangt, eben diesen Standard zu erfüllen. Ein Standard, der Ontologie systematisch ausschließt.

    Für mich ist das ein unauflösbarer Widerspruch.

    Wenn Ontologie die Lehre vom Sein ist – also von der Realität selbst – dann ist sie keine optionale Disziplin. Wer Empirie ernst nimmt und sie nicht ontologisch integriert, betreibt Datensammlung, aber keine Wissenschaft.


    Warum ich niemandem folge

    Die historischen Denker und Kulturen, die Kausalität ernst nahmen, sind nicht meine Vorbilder. Ich habe ihre Werke nicht gelesen, während ich meine eigenen Strukturen entwickelte. Ich bin ihnen erst begegnet, nachdem meine Arbeit fertig war und ich begann, sie öffentlich zu machen.

    Das ist wichtig:
    Ich stehe nicht in einer Traditionslinie.
    Ich habe nichts rekonstruiert.
    Ich habe nichts adaptiert.

    Ich bin denselben Weg gegangen – nicht aus Kenntnis der Vergangenheit, sondern aus Bindung an die Realität.


    Moderne Wissenschaft als Platzhalter

    Aus meiner Sicht betreibt die moderne Wissenschaft keine Kausalforschung. Sie operiert mit Formalismen, Modellen und statistischen Absicherungen, während sie Ontologie systematisch meidet.

    Kausalität wird simuliert, nicht verstanden.
    Stabilität wird gefittet, nicht erzwungen.
    Kohärenz wird behauptet, nicht ontologisch abgesichert.

    Was heute oft Wissenschaft genannt wird, ist für mich ein Platzhalter-System: intern konsistent, extern driftend, realitätsfern stabilisiert.


    Schluss

    Wenn es Fußstapfen gibt, in denen ich gehe, dann sind es keine persönlichen und keine akademischen. Es sind die wenigen, uralten Spuren von Menschen und Kulturen, die Kausalität nicht verhandelten, sondern ihr unterworfen waren.

    Nicht weil sie recht haben wollten.
    Sondern weil die Realität nicht verzeiht.

    Meine Arbeit ist kein Rückgriff auf die Antike. Sie ist der Versuch, das zu tun, was dort begonnen und nie zu Ende geführt wurde:

    Kausalität ontologisch ernst zu nehmen – und sie nicht mehr wieder verschwinden zu lassen.

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